Christina
11.7.2026 um 15:37Uhr

Angst vor knallgeräuschen

Mein Hund , ein 6 1/2 jähriger Französcher-Bulldoggen-Mischling, lebt nun seit fast 5 Jahren bei mir, er kommt aus Ungarn und wurde dort seinem Schicksal überlassen. Von Anfang an geht er bei Regen ungern spazieren und nähert sich auch sonst keinen Gewässern. Gewitter war Anfangs in Ordnung für ihn. An Silvester hat er sich im ersten Jahr unter dem Esstisch versteckt. Sein Verhalten habe ich neutral betrachtet, ihn also weder darin bestärkt, noch korrigiert. In den letzten Jahren wurde die Angst an Silvester immer größer, sodass wir seit dem vorletzten Jahr tagelang vor und nach Silvester nicht mehr ohne Angst spazieren gehen konnten. Sobald es draußen geknallt hat, hat er sich vor Angst geweigert, weiterzulaufen und ist zitternd stehen geblieben. Auch dieses Verhalten habe ich nicht bestärkt, sondern ihm sprachlich zu verstehen gegeben, dass alles in Ordnung sei und wir ganz normal weitergehen können. Da er sich teilweise auch nach Zuspruch und Leckerchen nicht mehr fortbewegt hat, musste ich ihn häufig tragen oder ihn auch mal ein paar Meter "hinter mir herziehen". Das Verhalten zeigt sich mittlerweile nicht nur zusätzlich bei Gewitter, sondern auch bei böller- oder donnerartigen Geräuschen, aufkommendem Wind und Regen, sodass das Weiterlaufen nach solchen Geräuschen kaum noch denkbar ist. Das energische und bestimmte Vorangehen meinerseits zeigt nur teilweise für ein paar Meter Wirkung. Befindet er sich im Auto oder auch drinnen in seinem Kuschelsack/unter einer Decke, ist die Situation für ihn aushaltbar und er kann auch schlafen. Rausgehen möchte er in der ersten Zeit danach trotzdem nicht mehr und verknüpft die Geräusche häufig mit den Orten. Fahre ich bspw. an einen anderen Ort, kann ich mit ihm spazieren gehen, ohne dass er diese starke Angst zeigt.Wie kann man ihm die Angst nehmen?

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Dana
13.7.2026 um 18:32Uhr

Liebe Christina, es tut mir leid, dass dein Hund so unter den Geräuschen leidet. Der erste Schritt ist, das Verhalten erst einmal anzunehmen und auch den Gedanken zuzulassen, dass euch dieses Problem im schlimmsten Fall die nächsten Jahre begleitet. Man kann viel an Ängsten arbeiten, aber gerade bei nicht kontrollierbaren Reizen gibt es auch immer wieder Rückschritte. Deswegen ist das mein erster Rat. Dann hat man die innere Ruhe, sich über jeden Fortschritt zu freuen, anstatt unbewusst mehr zu erwarten. Hast du dir bereits den Angstkurs mit Karin angesehen? Sie beschreibt dort, wie du deinen Hund über Berührungen coregulieren kannst und ihn durch für ihn angsteinflößende Situationen begleiten kannst. Grundsätzlich ist eine regelmäßige, gut kontrollierte Konfrontation mit den Reizen sinnvoll und auch notwendig, um die alten, gefestigten Verknüpfungen neu zu überschreiben. Man kann damit im Haus beginnen und beispielsweise einen Löffel 3 cm über den Boden fallen lassen. Dann gibt es Futter. Das steigert man in kleinen Schritten, bis ein herunterfallender Löffel eine positive Erwartungshaltung auslöst. Wichtig: wenn man hier zu viel und zu schnell steigert, dann das auch nach hinten losgehen. Deswegen bitte immer im „sicheren Bereich“ Krach erzeugen, damit man nicht die nächste Baustelle eröffnet. Klappt das gut, beginnt man die Desensibilisierung mit dem nächsten Geräusch. Solltest du das Gefühl haben, dein Hund wird von Monat zu Monat unsicherer und es schränkt eure Lebensqualität ein, dann empfehle ich euch, einen Hundetrainer mit dem Schwerpunkt Angst aufzusuchen, der euch auf eurem Weg begleitet. Liebe Grüße, Dana

Christina
14.7.2026 um 08:58Uhr

Ganz herzlichen Dank, liebe dana😍......was hältst du davon, eine CD oder Handy mit entsprechenden Geräuschen laufen zu lassen?

Christina
14.7.2026 um 08:59Uhr

Ganz herzlichen Dank, liebe dana😍......was hältst du davon, eine CD oder Handy mit entsprechenden Geräuschen laufen zu lassen?

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