Mein Rhodesian Ridgeback Rüde (19 Monate, 41 kg) gibt mir Rätsel auf - er kann Dr. Jekyll sein und dann plötzlich Mr Hyde. Er ist fröhlich, verspielt, lernt gerne und ist ganz bei mir. Und dann - eine komplette Verhaltensänderung. Ja, ich weiß - typisch Pubertät. Ich muss dazu sagen, dass er fremde Menschen oder Kinder noch nie besonders mochte, er blieb aber einfach nur auf Abstand. Mit anderen Hunden klappte es richtig gut, er ist seit er Welpe ist regelmäßig in einer HundeTagesstätte. Mit ungefähr 1 Jahr hat er dann eine Leinenaggression (meist gegen Rüden) entwickelt, in der Hundetagesstätte dann auch vermehrt im Freilauf. Auf Anraten des Tierarztes und der HuTa haben wir ihn chippen lassen, um zu sehen, ob das Verhalten hormonell ursächlich war. Das scheint nicht der Fall zu sein, die Leinenaggression wird trotz Training nur geringfügig besser (ja, mit Trainer und mit versch. Videos der Doguniversity). Und seit ca 3 Wochen reagiert er verstärkt und, so muss ich leider sagen, aggressiv auf andere Menschen. Es können fremde auf der Straße aber auch Besucher sein. Dieses Verhalten ist völlig willkürlich und überhaupt nicht vorhersehbar. Erschwerend kommt hinzu, dass ich seit November an Krücken laufe und mich nur in Haus und Garten mit ihm beschäftigen kann, das Laufen übernimmt mein Partner. Jemand anderem können wir ihn nicht anvertrauen. Mich erschreckt, dass diese Reaktion nahezu aus heiterem Himmel kommt, er wirkt dann verunsichert und gestresst. Zur Zeit arbeite ich an der Impulskontrolle (Kurs Stresabbau/ ruhiger Hund) und beobachten zu Hause, ob wir ihm zu viele Entscheidungen überlassen, er mehr Grenzen braucht. Vielleicht ist es der Chip, der zu niedrige Testosteron- und ein höherer Cortisollevel? Kyano ist nicht mein erster Hund und auch nicht der erste RR. Aber so etwas erlebe ich zum ersten Mal und ich stehe vor dem o.g. Rätsel. Hat jemand noch Tipps?
Hallo Birthe, natürlich merkt Kyano auch, dass du gerade eingeschränkt in deiner Bewegung bist. Im Grunde gibst du dir teilweise die Antworten auf deine Fragen bereits selbst. Ja, dein Hund ist tatsächlich gerade in der 2. Pubertät, in der er sich auch noch einmal verändern wird und jetzt heißt es, konsequent mit dem Training und der Erziehung am Ball zu bleiben und auch die Grenzen und Regeln im Haus noch einmal zu überdenken und wieder konsequenter durchzusetzen. Vielleicht sollte sich euer Hundetrainer einmal den Spaziergang, den dein Mann mit Kyano machen, anschauen. Aus der Ferne ist es tatsächlich nicht möglich, die Gründe für das Verhalten von Kyano herauszufinden. Der Hundetrainer würde sehen, ob sich Kyano schon im Vorfeld des Reizes steif macht bzw. welche Körpersprache er dann zeigt. Der Kurs "Vom Problem in die Harmonie" könnte auch hilfreich für euch sein. Evtl. wäre es auch sinnvoll, sicherheitshalber ein Maulkorbtraining zu beginnen. Dies würde allen Beteiligten mehr Sicherheit geben. Wir wünschen dir zunächst einmal auch gute Besserung und sind zuversichtlich, dass euer Zusammenleben mit Kyano mit den richtigen Maßnahmen (Grenzen aufzeigen, Regeln durchsetzen) auch wieder entspannter wird. Liebe Grüße Dein Team der Doguniversity
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