Anne
12.9.2026 um 21:45Uhr

Spontanes Anpöbeln

Hallo, dank einer kompetenten Trainerin konnten wir das Pöbeln unseres Hundes gegenüber Hunden in den letzten Monaten fast gänzlich wegbekommen. Unsere zweijährige Hündin macht das Pöbeln offenbar sehr viel Spaß, sie hat aber durch konsequente Korrekturen und pingelige Leinenführung und Aufbau der Orientierung verstanden, dass wir ihr das nicht mehr durchgehen lassen. Es gibt leider immer noch Ausnahmen: Während Hundebegegnungen in der letzten Woche durchweg gut waren, hat sie zwei Menschen angebellt. Sie war in beiden Situationen weder wirklich aggressiv oder kontrollierend noch unsicher, sondern scheint das wirklich nur aus Spaß an der Reaktion der Menschen zu machen (ich kenne auch die anderen drei Zustände von ihr, daher meine ich das ganz gut abgrenzen zu können). Sie lief in dem einen Fall Spaziergängern vor uns hinterher, um sie von hinten anzubellen, obwohl sie weit weg waren und sie sich vorher bei jeder Annäherung sofort anrufen lassen hat. Ein anderes Mal lief sie im „Freizeitmodus“ vor mit an der langen Führleine und bellte eine ältere Dame von hinten an, die dort schon ein paar Minuten lang lief. Für den Kontext: In beiden Situationen war sie eigentlich auch gut ausgelastet und hatte schon viel mit ihrem besten Hundefreund gespielt, war aber bei Weitem nicht so müde, dass ich es damit erklären könnte. In der ersten Situation waren wir auf einer fast menschenleeren Heide, in der zweiten zwischen vielen Fußgängern mitten in Berlin. Ich habe sie natürlich in beiden Fällen sofort korrigiert, aber weiß durch die Unregelmäßigkeit des Verhaltens nicht, wie ich das gezielt trainieren könnte - es passiert im Schnitt vielleicht alle zwei Wochen bei entsprechend vielen Begegnungen in Berlin. Aber akzeptabel ist das natürlich nicht. Ich werde statt Freilauf wieder die Schleppleine nehmen, aber das ist ja nur Management und wird das Verhalten nicht ändern. Zum reinen Spaß-Pöbeln kommt übrigens „kontrollierendes“ Pöbeln, wenn sie findet, dass Menschen „zu merkwürdig“ sind - aber dafür habe ich inzwischen einen guten Blick und kann sie vorher in die Orientierung nehmen.

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Team
13.9.2026 um 11:10Uhr

Hallo Anne, es hört sich ja wirklich so an, als hättet ihr in der letzten Zeit viel mit eurer Hündin trainiert und auf einem sehr guten Weg seid. Aus der Ferne ist es, trotz deiner detaillierten Beschreibung, leider schwierig die Motivation deiner Hündin herauszufinden. Ich denke aber, dass sie rein aus Spaß mehr Menschen des Öfteren anbellen würde, aber wie gesagt, das ist vom Rechner aus nicht zu beurteilen. Ältere Menschen (Dame) haben manchmal eine merkwürdige Körperhaltung, die die Hunde verunsichert. Ich würde dir empfehlen, deine Pöblerin 😉️ in nächster Zeit wieder öfter zu dir zu rufen, wenn du denkst, das könnte eine Situation werden, in der sie wieder das Bellen anfängt. Da du deine Hündin ja gut kennst, wirst du an ihrer Körpersprache sehen, wenn sie sich anspannt. Wichtig wäre, dass du sie gleich im Ansatz zu dir rufst, also bevor sie bellt (lieber einmal mehr als zu wenig), so dass ihr ruhig an der Person vorbeigehen könnt und du deine Hündin loben kannst. Wichtig ist auch, aber das wisst ihr ja, das sofortige Korrigieren, wenn sie anfängt zu bellen. Natürlich darf eure Hündin auch deutlich merken, dass ihr sauer werdet, wenn sie andere Menschen anbellt, denn gerade von hinten ist das für die Personen natürlich richtig unangenehm. Habt ihr mal die Leine in Richtung Hund geworfen, um das Bellen abzubrechen, als Störfaktor sozusagen? Bitte den Hund dabei nicht treffen! Wenn sie das Bellen dann einstellt, könnt ihr die Hündin sofort loben. Das solltet ihr allerdings nur machen, wenn ihr sicher seid, dass es sich wirklich um ein "Spaß-Pöbeln" handelt. Eure Hündin ist noch jung und immer noch nicht ganz erwachsen. Bleibt also konsequent und versucht selbst ruhig zu bleiben, auch wenn es manchmal schwer fällt. Liebe Grüße Dein Team der Doguniversity

Anne
14.9.2026 um 09:46Uhr

Hallo, danke für die schnelle Antwort. Ich bin mir sicher, dass Bonnie viel mehr Pöbeln würde, wenn wir weniger aufmerksam wären. Sonst habe ich meine kleine Pöblerin immer ganz genau im Auge, aber den beiden Situationen war ich kurz durch Gespräche abgelenkt. Normalerweise gehe ich allein spazieren, da bin ich 100% bei Bonnie. Immerhin hat sie schnell mit dem Bellen aufgehört, an der Führleine war es nur ein einziges Bellen, bevor ich eingegriffen habe und im Freilauf ist sie zu mir gekommen, hat sich also - wenn auch zu spät - abrufen lassen, daher brauchte es keinen weiteren Störfaktor. (Das würde ich sonst aber auch nutzen, bevor sie Leuten noch mehr Angst macht.) Meine Methode beim Pöbeln an der Leine ist sie an der Brust aus meinem Nahbereich zu bringen und durch meine Körperspannung so lange auf der Stelle zu behalten, bis die Botschaft angekommen ist. Bonnie ist ziemlich sensibel und nimmt das gut an, v.a. wenn es ihr nicht wirklich ernst ist, wie in den beschriebenen Situationen. Bei dem Punkt, sie nach dem Einstellen des Bellens sofort zu loben, würde ich mir bei der kleinen Strategin (Bezeichnung der Trainerin, die ich sehe passend finde) vorstellen, dass sie sofort versteht, dass kurzes Pöbeln keine Konsequenzen hat und sie das dann noch öfter macht. Liebe Grüße Anne

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